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Die Weltbevölkerung - so steht es um die Menschheit

Eine ständig wachsende Weltbevölkerung wird häufig als eines der größten Probleme auf der Erde genannt. Doch wie sieht die Entwicklung eigentlich genau aus und welche Probleme bringt sie wirklich mit sich? Werfen wir einmal einen Blick in die Erkenntnisse der Demografen und lassen Experten, die sich mit den Problemen der Weltbevölkerung auskennen, zu Wort kommen.

Wer zählt eigentlich die Menschen auf der Erde?

Jede Bevölkerung wächst, schrumpft oder stagniert mit der Zeit unterschiedlich, denn jeden Tag werden Menschen geboren, gleichzeitig sterben aber auch viele. Die Bevölkerungsentwicklung einer Region wird nicht nur durch die Anzahl der Geburten und Sterbefälle bestimmt, sondern auch vom Migrationssaldo – also der Differenz zwischen Immigration und Emigration in die oder aus der Region – beeinflusst.
Die genauen Zahlen zur Höhe einer Bevölkerung lassen sich allerdings nicht immer genau ermitteln. Insbesondere den Zahlen aus den Entwicklungsländern liegen daher oft Schätzungen zugrunde. Die Bevölkerung einer bestimmten Region oder der ganzen Erde abzuschätzen, ist dabei Aufgabe der Demografie. Sie beschäftigt sich mit der Bevölkerungsentwicklung und gibt Prognosen für die Zukunft ab.

Neben der eigentlichen Zahl der Bewohner einer Region ist aber auch deren Altersstruktur sehr interessant. Die Alterspyramide zeigt an, ob mehr junge oder ältere Menschen in einem Land oder einer Region leben. Sie liefert den Demografen Grundlagen für Prognosen für die weitere Bevölkerungsentwicklung.

All diese Zahlen und Statistiken sind wiederum Grundlage für die Gesellschaft und die Politik, die sich mit den Problemen der Bevölkerungsentwicklung beschäftigen. Zu den wichtigsten Organisationen, die das Bevölkerungswachstum im Blick haben, gehört neben der UNO das Population Reference Bureau (PRB). In Deutschland bietet die Stiftung Weltbevölkerung mit ihrer Länderdatenbank Informationen zur Entwicklung der Weltbevölkerungszahl und Daten für einzelne Regionen sowie Länder. Zudem analysiert die Stiftung Probleme und zeigt Lösungsstrategien auf.

Bevor wir auf diese Probleme und mögliche Lösungsstrategien zu sprechen kommen, werfen wir allerdings erst einmal einen Blick in die Vergangenheit und zeigen auf, wie sich die Weltbevölkerung bis heute entwickelt hat.

Die Bevölkerungsentwicklung früher und heute

Im Laufe der Geschichte schwankte die Anzahl der Menschen, die auf der Erde lebten, stets. Umweltkatastrophen, Krankheiten und Seuchen sorgten immer wieder dafür, dass die Größe der Weltbevölkerung, die sich von Afrika aus in alle Kontinente ausbreitete, variierte.
Nach Schätzungen der UNO gab es vor rund 2.000 Jahren bereits etwa 300 Millionen Menschen weltweit, während es 1.000 Jahre später mit rund 310 Millionen kaum mehr waren. Im Mittelalter begann die Weltbevölkerung wieder stärker zu wachsen, wurde später allerdings durch Pest, Pocken und andere Seuchen dezimiert.

Im 18. Jahrhundert kam es nach Schätzungen von Experten zu einem dauerhaften Wachstum von über 0,5 Prozent im Jahr. Dieses Wachstum stieg Mitte des 20. Jahrhunderts sogar auf über 2 Prozent im Jahr, sodass sich die Weltbevölkerung vervierfachte. Spätestens jetzt sprach man von einer Bevölkerungsexplosion mit gravierenden Folgen für unseren Planeten.

Erst seit Ende der 1980er Jahre sinkt das jährliche Wachstum der Weltbevölkerung. Waren es damals noch 87 Millionen Menschen pro Jahr mehr, sind im Jahr 2009 nur 79 Millionen hinzugekommen. Wohlgemerkt - die Weltbevölkerung wächst weiter rasant an - nur die Wachstumsgeschwindigkeit ist rückläufig - immerhin. 2015 ist die Zahl der Weltbevölkerung nach Schätzungen der Weltbevölkerungsuhr allerdings wieder um rund 87 Millionen Menschen gewachsen.

Marken der Weltbevölkerung – eine Zeitleiste:

Um 1800: Eine Milliarde
1927: Zwei Milliarden
1960: Drei Milliarden
1974: Vier Milliarden
1987: Fünf Milliarden
1999: Sechs Milliarden
2011: Sieben Milliarden

Wie sieht die Zukunft aus? Gibt es Unterschiede beim Bevölkerungswachstum?

In den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten war die regionale Bevölkerungsentwicklung unterschiedlich. Aufgrund unterschiedlicher Wachstumsraten wird sich die Verteilung der Weltbevölkerung auch in den nächsten Jahren deutlich verändern. Während in den sogenannten Industrieländern die Geburtenraten sinken und der Zuwachs vor allem durch Zuwanderung geschieht, sind die Geburtenraten in den weniger entwickelten Weltregionen deutlich höher und die Bevölkerungszahlen steigen hier drastisch an.

Daten der Stiftung Weltbevölkerung gemäß steigt die Anzahl der in den Industrieländern lebenden Menschen bis 2050 auf 1.310 Millionen an. Mitte 2015 waren es mit 1.254 Millionen Menschen nur geringfügig weniger. Ganz anders gestaltet sich das Bild in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Hier soll die Bevölkerungszahl von 6.082 Millionen im Jahr 2015 auf 8.495 Millionen Menschen im Jahr 2050 ansteigen. Ganz besonders dramatisch ist die Situation in den ärmsten Regionen der Welt, zu denen die Länder südlich der Sahara, aber auch einige Länder Asiens gehören. Die Bevölkerungszahlen werden sich hier im gleichen Zeitraum vermutlich nahezu verdoppeln und 2050 rund 1.887 Millionen Menschen in diesen Regionen leben.

Was bedeutet das also für die Entwicklung der Weltbevölkerung? Die UNO davon aus, dass die Weltbevölkerung im Jahr 2050 mit 10 Milliarden Menschen ihren Höhepunkt erreicht und sich danach zurück entwickelt.

Je ärmer und jünger ein Land desto schneller wächst die Bevölkerung – Warum eigentlich?

Während sich die durchschnittliche Kinderzahl weltweit seit den 1960er Jahren von etwa 5 Kindern auf heute 2,5 Kinder pro Frau halbiert hat, sind in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara die Geburtenraten nur von 6,6 Kindern auf heute 5 Kinder gesunken. Zurückzuführen ist das weltweite Bevölkerungswachstum vor allem auf fünf Faktoren:

- Wunsch nach mehr als zwei Kindern pro Paar
- Bessere medizinischen Versorgung und Hygiene
- ungewollte Schwangerschaften
- eine junge Altersstruktur
- religiöse Motive

Gerade in ärmeren Ländern ist der Wunsch nach vielen Kindern groß. Zahlreiche Kinder sollen der Familie bei den vielfältigen Arbeiten im Haus und auf dem Feld helfen und die Eltern später unterstützen. Kinder werden in Ländern ohne ausreichendes Sozialsystem daher als eine Art Altersvorsorge betrachtet.

Weltweit verbessert sich die medizinische Versorgung und Hygiene - wenn auch von stark unterschiedlichen Ausgangsniveaus kommend. Bessere medizinische Versorgung und Hygiene führen zu geringeren Sterblichkeitsraten - insbesondere bei Säuglingen - und höherer Lebenserwartung.

Die hohen Geburtenzahlen sind zum Teil aber auch auf ungewollte Schwangerschaften zurückzuführen. Mangelnde Aufklärungs- und Beratungsangebote sowie fehlender Zugang zu passenden Verhütungsmitteln führen dazu, dass in den am wenigsten entwickelten Ländern unter den gebärfähigen, verheirateten bzw. in eheähnlichen Verhältnissen lebenden Frauen nur circa 37 Prozent verhüten.

Ein wichtiger Punkt ist die junge Altersstruktur - vor allem in Afrika. Viele junge Menschen in einer Gesellschaft bedeuten, dass viele Geburten zu erwarten sind, denn sie haben das Alter, um Kinder zu bekommen, noch vor sich.

Vor allem in der Katholischen Kirche, aber auch in einigen anderen Religionen steht man der Empfängnisverhütung ablehnend gegenüber. Religiös lebenden Menschen sind Mittel zur Empfängnisverhütung untersagt. Allerdings wird dies nicht von allen Anhängern befolgt und teilweise stark diskutiert.

Was tut die Politik gegen das Bevölkerungswachstum?

Um das Bevölkerungswachstum zu stoppen bzw. zu verlangsamen, wurden verschiedene Konzepte entwickelt. Auf der Weltbevölkerungskonferenz der UNO werden seit 1974 die Probleme und Resultate der Bevölkerungsentwicklung weltweit diskutiert. In vielen Ländern wurden an die Regionen angepasste Konzepte zur Steuerung des reproduktiven Verhaltens erarbeitet und die Familienplanung mit Aufklärungskampagnen sowie der Zurverfügungstellung von Verhütungsmitteln gefördert.
Seit einiger Zeit wird zudem die Rolle der Frau betont. Sie soll gestärkt werden, weil sich gezeigt hat, dass Frauen, die selbst über Sexualität und Verhütung entscheiden können, tendenziell weniger Kinder bekommen.

Weniger Europäer und mehr Asiaten – die Regionen im Überblick

Bereits heute leben 60 Prozent der Erdbevölkerung in Asien. Bis 2050 werden die hier lebenden Menschen von 4.397 Millionen auf 5.324 Millionen ansteigen. Noch größere Zuwachsraten sind allerdings in Afrika zu erwarten. Bis 2050 werden hier 2.473 Millionen Menschen – also mehr als das Doppelte von heute – prognostiziert. Um die Verteilung der Weltbevölkerung und die Ursachen für das Wachstum zu verstehen, wollen wir einen näheren Blick in die einzelnen Regionen werfen.

Bevölkerungsentwicklung in den Industrieländern

Seit den 1960er Jahren ist mit der Einführung der Pille in vielen Industrieländern ein deutlicher Geburtenrückgang zu verzeichnen. Sinkende Geburtenraten und eine längere Lebenserwartung führen in den meisten Industrieländern Europas, Nordamerikas und Australiens zu geringen Wachstumsraten oder gar einem Rückgang der Bevölkerungszahlen. Teilweise wird dieser Rückgang allerdings durch hohe Zuwanderungszahlen gut aufgefangen. Wirtschaftliche Krisen führen aber auch hier zu sehr unterschiedlichen Entwicklungen in bestimmten Regionen.

Bevölkerungsentwicklung in Asien

Der asiatische Kontinent macht nur knapp 30 Prozent der Erdoberfläche aus. Aber bereits heute leben hier 60 Prozent der Weltbevölkerung. Mit 1,3 bzw. 1,1 Milliarden Menschen gehören China und Indien zu den bevölkerungsreichsten Ländern der Welt. Zu berücksichtigen sind dabei jedoch auch ihre enormen geographischen Dimensionen. Dennoch ist auch hier die Verteilung der Bevölkerung sehr unterschiedlich – was unter anderem auf geografische Gegebenheiten wie Wüsten und Gebirgsregionen zurückzuführen ist.
In den letzten Jahrzehnten hat sich die Bevölkerung in Asien enorm gesteigert. Lebten 1950 nur insgesamt 1,4 Milliarden Menschen auf dem Kontinent, waren es 1975 bereits 2,3 Milliarden und im Jahr 2000 3,6 Milliarden Menschen. Heute leben hier schon mehr als 4 Milliarden Menschen und auch in Zukunft wird ein weiteres Wachstum erwartet. Ursache dafür ist vor allem eine gestiegene Lebenserwartung. Die Geburtenraten sind dagegen deutlich gesunken und liegen heute bei etwa 2,4 Kindern pro Frau.

Bevölkerungsentwicklung in Afrika

In den südlich der Sahara liegenden Ländern können wir heute die jüngste Bevölkerungsstruktur aller Zeiten verzeichnen: 43 Prozent der Afrikaner hier sind unter 15 Jahren und haben damit das Alter, in dem sie Kinder bekommen noch vor sich. Bislang sind nur etwa 36 Prozent der 15- bis 24-jährigen Männer und 26 Prozent der Frauen gleichen Alters ausreichend über Verhütungsmethoden aufgeklärt. Die Aufklärung besitzt einen entscheidenden Einfluss darauf, wie sich die Bevölkerung in diesen Ländern entwickeln wird. Zudem sind kaum ausreichend Verhütungsmittel vorhanden. So nutzen nur 35 Prozent der verheirateten Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren die Möglichkeiten der Familienplanung, nur 29 Prozent greifen dabei auf moderne Methoden zurück.

Bislang liegt die Gesamtfruchtbarkeitsrate in Afrika bei 4,7 Kinder pro Frau, in den Ländern südlich der Sahara liegt diese Zahl sogar bei 5,0 Kindern pro Frau. Dies ist im Vergleich zu 6,6 Kindern im Jahr 1960 zwar ein leichter Rückgang, aber immer noch sehr hoch.

Bevölkerungsentwicklung in Lateinamerika

In Lateinamerika lassen sich einige Unterschiede zwischen Süd- und Zentralamerika feststellen. Die Bevölkerungsentwicklung in Südamerika ist recht stabil. Daher wird hier nur ein leichter Bevölkerungszuwachs von heute 414 Millionen auf 496 Millionen Menschen im Jahr 2050 erwartet. Etwas anders ist die Situation in Zentralamerika. Hier liegt die Geburtenrate mit 2,4 Kindern pro Frau deutlich höher. Daher werden dort im Jahr 2050 mit 231 Millionen Menschen fast ein Drittel mehr Menschen leben als heute (173 Millionen).
Der amerikanische Kontinent erlebte durch seine „Entdeckung“ und Eroberung durch die Europäer in den letzten Jahrhunderten starke Bevölkerungsschwankungen. Lebten in der vorkolumbianischen Zeit schätzungsweise noch etwa 50 Millionen Ureinwohner in Lateinamerika, waren es 1650 nur vier Millionen. Durch den Sklavenhandel und Immigration wuchs die Bevölkerung später wieder schnell an.

Nachdem Exkurs in die Welt der Zahlen wollen wir uns nun an Einschätzungen wagen. Dazu aber erst einmal ein paar Definitionen.

Wird die Welt eines Tages „übervölkert“ sein? Oder ist sie es schon heute?

Im Allgemeinen spricht man von Überbevölkerung bzw. Übervölkerung, wenn die Anzahl der Lebewesen nicht mehr tragfähig für deren Lebensraum ist. In Hinblick auf die Menschheit existieren allerdings unterschiedliche Definitionen für den Begriff der Überbevölkerung:
So gibt es einerseits die Sichtweise von Überbevölkerung zu sprechen, wenn die Bevölkerung ihrem gewünschten Lebensstil aufgrund der Bevölkerungsgröße in dem jeweils vorhandenen Lebensraum nicht mehr nachgehen kann. Eine engere Definition spricht erst dann von einer Überbevölkerung, wenn Nahrungsmittel-, Wasser- oder Energieengpässe auftreten und das Überleben der betreffenden Bevölkerung bedroht ist.

Aufgrund der weltweit unterschiedlich geografischen Situationen kann man die Überbevölkerung auch räumlich eingrenzen und von regionaler oder lokaler Überbevölkerung sprechen. Die Definition bleibt aber auch hier umstritten und wird unter anderem vom ökologischen Fußabdruck der dort lebenden Menschheit beeinflusst.

Ist das nun ein Grund zur Sorge?

Ständige demografische Veränderungen stellen die Politik und Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Während die Bevölkerungen in den Industrieländern eher schrumpfen und altern, verzeichnen Entwicklungsländer Wachstumsraten und eine junge Bevölkerungsstruktur. Menschen ziehen zudem immer öfter vom Land in die Städte oder migrieren in andere Länder. Dies birgt verschiedene politische und gesellschaftliche Herausforderungen, auf die die Staaten unterschiedlich reagieren müssen. Stets muss den Menschen der Zugang zu Nahrungsmitteln, Gesundheitsversorgung, Bildungsmöglichkeiten und Arbeitsplätzen zur Verfügung gestellt und eine entsprechende Infrastruktur eingerichtet werden.

Während einige Wissenschaftler wie zum Beispiel Phillip Longman vor einer „Untervölkerung“ in den Industrieländern und damit möglichen Wohlstandseinbußen warnen, betonen andere weiterhin die Folgen einer weltweiten „Überbevölkerung“. Einfache Lösungen und Prognosen sind so umstritten wie schwierig. Jedes Land ist daher gefragt, geeignete Strategien zur jeweiligen Bevölkerungsentwicklung zu entwerfen und die eigene Infrastruktur den Prognosen der Demografen anzupassen.

Gibt es Überbevölkerung überhaupt?

Laut oben stehender Definition ist eine Region „übervölkert“, wenn hier mehr Menschen leben, als es tragfähig wäre. Wann genau diese Tragfähigkeit begrenzt ist, hängt jedoch sehr stark vom Lebensstil der Einwohner, aber auch von geografischen Bedingungen ab.
Kritiker von Überbevölkerungstheorien betonen daher, das nicht etwa zu wenig Raum zum Leben und für einen Mehranbau an Nahrungsmitteln zur Verfügung stünde, sondern dieser vielmehr von relativ wenigen „Besitzern“ genutzt würde. Versorgungsengpässe seien daher nicht auf einen Mangel an notwendigen Versorgungsmitteln, sondern auf Verteilungsprobleme und kapitalistische Logiken zurückzuführen.

Die Ansicht, das Bevölkerungswachstum als Hauptgrund für zahlreiche Umweltprobleme zu erklären, weisen Kritiker wie George Monbiot ebenfalls zurück und erklären den Verbrauch sowie den Schadstoffausstoß der Industrieländer zum weitaus größeren Problem - die Fakten sprechen für diese Sichtweise. So ist der ökologische Fußabdruck der Menschen – ein Maß für die Lebensweise – in den Industrieländern deutlich höher als in den Entwicklungsländern. Während die Einwohner der Vereinigten Arabischen Emirate mit 10,68 ha/Person im Jahr 2010 den größten ökologischen Fußabdruck vorwiesen, erreichten die US-Amerikaner durchschnittlich 8,00 ha/Person und die Deutschen 5,08 ha/Person. Einwohner der ärmsten Länder wie Bangladesch, Osttimor und Puerto Rico besaßen dagegen nur einen ökologischen Fußabdruck von 0,62, 0,44 bzw. 0,04 ha/Person.
Ob eine Region „übervölkert“ ist, hängt also nicht nur von der tatsächlichen Zahl der Einwohner, sondern auch vor allem von deren Lebensweise ab. Viele Regionen in den Industrieländern wären nach dieser Definition also bereits heute „übervölkert“.

Das Problem des weltweiten Bevölkerungswachstums lässt sich allerdings nicht leugnen. Gemäß den neuesten „Theorien zur Überbevölkerung“ gäbe es für die Anzahl der auf der Erde lebenden Menschen zwar eine Grenze, aber diese sei nicht fest, sondern kann z. B. durch technische Möglichkeiten positiv oder z. B. durch Ressourcenverbrauch negativ verschoben werden. Die Grenzen der Tragfähigkeit bleiben daher heiß diskutiert. Grob kann man dabei diese Formel aufstellen:

Tragfähigkeit = nutzbare Erdoberfläche / ökologischer Fußabdruck * Anzahl der Menschen

Fazit

Sicher ist: Die Weltbevölkerung steigt. Dabei gestaltet sich die demografische Entwicklung weltweit allerdings sehr unterschiedlich. Zu den steigenden Bevölkerungszahlen in den Entwicklungsländern kommt die Landflucht, während in den Industrieländern eher ein Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen ist. Steigende Bevölkerungszahlen, Armut, Konflikte und die Auswirkungen des Klimawandels werden auch in Zukunft zu großen Herausforderungen führen – Herausforderungen, für die es keine einfachen Lösungen gibt. Vielmehr brauchen wir regional angepasste Lösungsstrategie und intelligente Ideen für eine nachhaltigere Lebensweise.

Für einen langfristigen Erhalt der Menschheit ohne größere Verwerfungen und Krisen gilt es zu handeln. Die Reduktion der Geburtenraten in den Entwicklungsländern ist ein bedeutender Hebel. Aber auch ein nachhaltigerer Lebenswandel in den Industrienationen ist unabdingbar.